Awareness-Aktion am Helvetiaplatz

Ein (Abfall-)Berg mit Mission

Am Freitag, 9. November haben wir auf dem Helvetiaplatz eine Ladung frisch geernteter, farbiger Bio-Rüebli abgeladen. Wie wir bereits vor einigen Tagen berichteten, sollten diese Rüebli statt in den Verkauf in den Abfall kommen, weil sie zu lang und zu gross gewachsen sind. Mit dieser Aktion wollen wir den Menschen von Zürich vor Augen führen, wie nah und real die Abfallberge von Lebensmitteln sind, welche wir grundlos verursachen.

Jeden Tag werden tonnenweise frisches und bestes Gemüse und Obst wie diese Rüebli weggeworfen. Meist landet es in einer Biogasanlage oder es bleib gleich auf dem Feld zurück. Dies geschieht deshalb, weil unser Handel Normen und Standards für Grösse und Aussehen vorschreibt, welchen dieses Gemüse oder Obst nicht entsprechen. Diese Normen, unser ganzes Produktionssystem und die Art, wie wir konsumieren verursachen diese enormen Überschüsse. Lebensmittel von solcher Qualität fortzuschmeissen ist schlicht Irrsinn und tragischer «Luxus» – deshalb nennen wir sie auch Luxusüberschüsse. In Wahrheit können wir es uns aber nicht leisten, so mit unseren Ressourcen umzugehen.

Gemeinsam etwas verändern
Uns geht’s nicht darum, fingerzeigend einen Schuldigen zu finden. Vielmehr wollen wir die Gesellschaft dazu anregen, hinter unser Ernährungssystem, die gängigen Produktionskreisläufe und unser Konsumverhalten zu blicken. Denn wenn das Problem erkannt und verstanden wird, entsteht eine Basisfür Veränderung, welche uns eine Welt gestalten lässt, die sowohl für uns als auch für unsere Kinder und Enkelkinder gerecht ist.
Diese Veränderung können wir aber nur gemeinsam hervorrufen. Dazu müssen wir uns alle an der Nase nehmen und eben nicht versuchen, die Schuld auf jemand anderes abzuschieben. In einer Gesellschaft tragen wir alle dieselbe Verantwortung– die eigene und diejenige für unsere Mitmenschen.

Eine Lösung, die weniger Abfälle, Überschüsse und somit ein nachhaltigeres System hervorbringt, ist daher nur möglich, wenn wir ALLE ZUSAMMEN eine Veränderung anstreben und uns geschlossen für diese Veränderung entscheiden und einsetzten. Klar, dies bedeutet vielleicht, auch mal einen unbequemen Weg einzuschlagen. Aber wir sind bereit dazu – seid ihr dabei?