Rüebliverkauf am Martinimarkt

Am Samstag, 10. November 2018 waren wir am Martinimarkt in der Stadtgärtnerei Zürich und hatten 5 von 30 Tonnen farbigen Bio-Rüebli aus dem Zürcher Weinland im Gepäck. Diese 30 Tonnen Rüebli sollten nicht einmal geerntet werden. Wieso? Weil sie zu lang und zu gross sind und darum vom Handel nicht angenommen wurden. Die Rüebli hätten wieder unter die Erde gepflügt werden sollen. Somit wären die ganze Arbeit und die verbrauchten Ressourcen umsonst gewesen.
Neben den 5 Tonnen farbigen Bio-Rüebli hatten wir auch 5 Tonnen Bio-Kartoffeln (4 Sorten) mit im Gepäck – auch diese: Überschüsse.

Diese Rettungsaktion wurde von uns ins Leben gerufen, um einmal mehr auf die Themen Überschüsse und Lebensmittelverschwendung aufmerksam zu machen.

Fazit: 4.5 Tonnen Rüebli und 3.5 Tonnen Kartoffeln konnten wir an diesem Samstag verkaufen.

Verkaufspreise

Der Verkaufspreis der Rüebli war ein viel diskutiertes Thema. Die farbigen Bio-Rüebli haben wir zu CHF 4.-/KG, die Bio-Kartoffeln zu CHF 3.50.-/KG verkauft. Zum Vergleich: die gleichen farbigen Bio-Rüebli kosten im Handel rund CHF 6.-/KG.

Wir mussten uns oft anhören, wieso wir «Zweitklassware», die sowieso weggeworfen worden wäre, so «teuer» verkaufen. Nun, wir sind der Meinung, dass jedes Lebensmittel seinen Wert und somit Preis hat und dass sich jeder dem Wert eines Lebensmittels bewusst sein sollte. Verschenken ist i.d.R. also keine Option für uns. 

Diese Rüebli waren das beste Beispiel: Sie waren nicht «zweitklassig» aufgrund eines Qualitätsmangels, sondern aufgrund einer nicht erreichten Norm. Sie waren zu gross und passten somit nicht in die Standardverpackung der Grossverteiler. Für die Produktion wurden jedoch ebenso Ressourcen, Geld und Arbeit investiert. Auch änderte die Grösse der Rüebli nichts an ihrem tadellosem Zustand und an der Bio-Qualität. Dies rechtfertigt aus unseren Augen, dass man sie daher auch zu einem angemessenen Preis verkauft. Und notabene war der Preis rund 30% günstiger als im Handel.
Mit dieser Haltung wollen wir nicht bloss ein Wertesystem etablieren, sondern wir sind so auch imstande, dem Bauern den vollen Preis zu bezahlen, den er auch vom Handel für seine Ware erhalten hätte.