Jahresrückblick 2018

2018 – wir schauen auf bewegte Monate zurück

Dass wir mit grassrooted heute stehen, wo wir sind, war vor einem Jahr noch unvorstellbar! Nach unserer Gründung im April sind wir im Juni erstmals öffentlich in Erscheinung getreten. Was als sanfter Einstieg geplant war, lief schnell aus dem Ruder und wir verkauften über Nacht sagenhafte 28 Tonnen Bio-Tomaten, welche sonst in die Biogasanlage geendet wären. Somit war der Grundstein der Vision Luxusüberschuss geboren.

Danach ging’s Schlag auf Schlag: es folgte eine weitere Rettungsaktion mit Brombeeren, wir starteten unseren Marktstand im HB Zürich und ein erfolgreiches Crowdfunding, wir fermentierten, dörrten und diskutierten an verschiedenen Anlässen. Ein vorläufiger Höhepunkt war sicher auch die Rettungsaktion von 30 Tonnen nicht normgerechter, farbiger Bio-Rüebli. Angefangen mit einem Aufruf und einer Awareness-Aktion auf dem Helvetiaplatz, folgte der Martinimarkt, an dem wir nicht nur fünf Tonnen Rüebli verkauften, sondern auch 2.5 Tonnen überschüssige Kartoffeln. Mit unserer Kampagne sorgten wir für so viel Aufsehen, dass wir die restlichen 25 Tonnen Rüebli in Zusammenarbeit mit Biotta und Coop schliesslich zu einem speziellen Rüeblisaft verarbeiten konnten. Seit Ende November sind wir ausserdem jeden Tag am Weihnachtsmarkt am HB Zürich präsent und bieten dort unser selbst Eingemachtes und Zürcher Überschuss-Gemüse an. Kurzum: wir haben bewegte, herausfordernde aber auch schöne und erfolgreiche Monate hinter uns. 

Was kommt 2019 auf uns zu?

Mit dem Erfolg kommt auch die Verantwortung. Mittlerweile vergeht fast kein Tag, an dem uns nicht ein/e Landwirt/in oder ein/e Produzent/in kontaktiert und um Hilfe bittet. Auf diese Weise durften wir bereits viele Betriebe besuchen und erschrecken jedes Mal auf Neue ab den Unmengen Lebensmittel, die weggeschmissen werden sollen. Wir werden weiterhin versuchen, möglichst viel davon aufzufangen und haltbar zu machen. Fleissig tüfteln wir an neuen Rezepten, Lösungen und Absatzwegen. Auch werden wir in Kürze einen festen Standort in Zürich inkl. Lager und Verarbeitungsmöglichkeiten beziehen können. 

Doch unsere Vision geht noch weiter. Wir sind der festen Überzeugung, dass die moderne Gesellschaft zu entkoppelt von den landwirtschaftlichen und industriellen Prozessen ist. Das Resultat davon ist, dass wir achtlos mit unserer Nahrung und unseren Ressourcen umgehen. Wir sind der Meinung, dass eine aktive Sensibilisierungsarbeit nötig ist. So entstand die Projektidee, im neuen Jahr ein Netzwerk auf die Beine zu stellen, welches gemeinsam ernten geht und anschliessend die Ernte gemeinsam verarbeitet und haltbar macht. Wir sind bereits mit Schulen, Stiftungen und Arbeitgebern in Verhandlung und prüfen Möglichkeiten für Zusammenarbeiten. Eine weitere Idee dahinter ist auch soziale Inklusion: Menschen aus allen Alters-, Bildungs- und Sozialschichten sollen gemeinsam auf dem Feld und in der Küche arbeiten. Mit dem schönen Nebeneffekt, dass hautnah erlebt werden kann, woher unsere Lebensmittel kommen und wie viel Arbeit in einem Kilo Karotten oder einem Glas Konfitüre steckt.

«Gemeinsam» ist unser Fundament 

Wir sind überwältigt, auf wie viel Unterstützung und Wohlwollen wir in den vergangenen Monaten zählen konnten. Nur gemeinsam sind wir in der Lage, etwas zu bewegen und tatsächlich wären wir ohne die Unterstützung von unzähligen Helfern heute nicht, wo wir sind. Wir sind uns aber auch bewusst, dass wir noch viel Verbesserungspotential haben. Deswegen werden wir im Februar unsere Köpfe zusammenstecken und eine Strategie ausarbeiten, wie wir den Verein in Zukunft auch für weitere Mitglieder öffnen können.
Falls auch du interessiert bist, an zukünftigen Anlässen mitanzupacken, an Diskussionsrunden teilzunehmen, mit uns zu fermentieren oder an unserem Markt mitzuarbeiten, dann kannst du dich gerne unter hallo@grassrooted.ch melden. Wir bedanken uns bei allen, die uns in den letzten acht Monaten unterstützt haben und freuen uns auf alles, was wir gemeinsam noch meistern werden!